FLEXIBILISIERUNGSINSTRUMENTE

In Zusammenarbeit mit dem >> Bundesarbeitgeberverband Chemie begleitet der Arbeitgeberverband Chemie Rheinland mit seiner Tarifpolitik den Strukturwandel in der chemischen Industrie. Ziel ist es, durch innovative Regelungen die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und damit die Arbeitsplätze der chemischen Industrie in Deutschland zu erhalten.

Hierzu entwickeln die Arbeitgeberverbände der Chemischen Industrie praxisnahe Lösungen. So haben sie in Verhandlungen mit der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) frühzeitig eine Neuorientierung ihrer Tarifpolitik eingeleitet und in den letzten Jahren eine Reihe von Flexibilisierungs- und Öffnungsklauseln in den Chemie-Flächentarifverträgen verankert. Die Chemieunternehmen verfügen so über beträchtliche Entlastungsmöglichkeiten.

download: >> Übersicht Flexibilisierungsinstrumente

Angesichts der strukturellen Veränderungen in den Unternehmen hat sich das System des Flächentarifvertrages in der chemischen Industrie bewährt. Die vielfältigen Flexibilisierungsinstrumente belegen, dass Reformen und eine schnelle Anpassung an die veränderten Rahmenbedingungen möglich sind, wenn die Tarifparteien pragmatisch an die Probleme herangehen.

In Zukunft gilt es, im Rahmen der Flächentarifverträge die Flexibilisierungs-möglichkeiten weiter auszubauen.


SOZIALPARTNERSCHAFT

Die Arbeitgeberverbände der Chemischen Industrie und die IG BCE verbindet dabei eine über viele Jahre bewährte Sozialpartnerschaft. Das bedeutet nicht, dass Diskussionen und Verhandlungen grundsätzlich konfliktfrei verlaufen. Doch da, wo Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinschaftlich mehr für die Branche, ihre Unternehmen und Beschäftigten erreichen können, entwickeln sie partnerschaftliche Projekte.

Für ihre gemeinsamen Aufgaben haben die Sozialpartner in der chemischen Industrie deshalb im Rahmen ihrer Zusammenarbeit neben den Tarifverträgen weitere lösungsorientierte Instrumente entwickelt. Außertarifliche
>> Sozialpartnervereinbarungen und gemeinsame Einrichtungen, wie die
>>
Gesellschaft zur Information von Betriebsräten über Umweltschutz in der chemischen Industrie
(GIBUCI), der >> Unterstützungsverein der Chemischen Industrie (UCI) und die >> Weiterbildungsstiftung (WBS) sind ein Beleg dafür, dass in der chemischen Industrie auch außerhalb von Tarifverhandlungen konkrete Ergebnisse erzielt werden können – zum Vorteil der Unternehmen und der Beschäftigten.



ALTERSVORSORGE

Die demografische Entwicklung in Deutschland erfordert besondere Maßnahmen in der Tarif- Sozial- und Personalpolitik. Da das heutige Niveau der gesetzlichen Rente in Zukunft nicht mehr zu halten ist, haben die Tarifvertragsparteien der chemischen Industrie bereits seit 1998 die tariflichen Regelungen zur Altersvorsorge konsequent ausgebaut. Durch das Chemie-Modell der Altersvorsorge wird der Aufbau einer kapitalgedeckten Zusatzvorsorge gefördert.

Zur betrieblichen Abwicklung der tariflichen Altersvorsorge stellen die Tarifvertragsparteien neben einem Konsortial-Gruppenvertrag zum Abschluss einer Direktversicherung auch den >> Chemiepensionsfonds als modernen Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung zur Verfügung. Bis Ende Dezember 2004 konnte der erste in Deutschland genehmigte Branchen-Pensionsfonds 435 Rahmenverträge mit Unternehmen der Chemischen Industrie abschließen, die mehr als 200.000 Beschäftigte repräsentieren.

download: Chemie-Pensionsfonds